Prof. Dr. Kielstein

Rotation mit System: Internistische Weiterbildung im ZiM

12. Mai 2026

Du planst deine Facharztweiterbildung in der Inneren Medizin? Dann erfährst du hier, was das Zentrum für Innere Medizin (ZiM) am skbs besonders macht. Prof. Dr. med. Jan T. Kielstein, Sprecher des ZiM, erklärt im Interview das Rotationskonzept, die Familienstellen – und warum das skbs jungen Ärzt:innen 6 Monate mehr Weiterbildungszeit bietet als die meisten anderen Häuser.

Professor Kielstein, mögen Sie sich unseren Leser:innen kurz vorstellen?

Natürlich gerne. Im Städtischen Klinikum Braunschweig bin ich derzeit Sprecher des Zentrums für Innere Medizin (ZiM). Ich leite dort die Klinik für Nephrologie, Rheumatologie und Blutreinigungsverfahren. Unsere Klinik ist ein interaktives Teilgebiet der Inneren Medizin. Daher pflegen wir eine enge Zusammenarbeit mit allen anderen internistischen und auch chirurgischen Abteilungen.

Welche medizinische Vision steckt hinter dem ZiM? Und welche strukturellen Vorteile bietet das ZiM gegenüber der bisherigen Organisation?

Mit dem Zentrum für Innere Medizin wollen wir gemeinsam die moderne Medizin im Klinikum neu organisieren. In den letzten Jahrzehnten hat sich dort viel verändert – strukturell, personell und inhaltlich. Gerade in der Inneren Medizin möchten wir die einzelnen Kliniken konsequent vernetzen. Damit stärken wir im skbs unter anderem eine umfassende klinische Weiterbildung. Die hat hier in Braunschweig ja einen sehr hohen Stellenwert. So werden z. B. Rotationspläne mithilfe innovativer Software wie Sediwork erarbeitet.

Wie werden neue Mitarbeiter:innen im ZiM eingearbeitet? Gibt es bestimmte Einarbeitungspläne oder Mentorenprogramme?

Zunächst erleben alle „Neuen“ den obligatorischen Begrüßungstag im skbs. Die ZiM Kliniken arbeiten mit unterschiedlichen Einarbeitungskonzepten, die aber alle eines gemeinsam haben: Jede:r neue Mitarbeiter:in wird persönlich eingearbeitet und mit strukturierten Dokumenten und wichtigen Informationen unterstützt. Das Mentoring unterscheidet sich von Klinik zu Klinik. 
Um Weiterbildungsmaßnahmen verlässlich und lückenlos begleiten zu können, haben wir 2026 im ZiM ein neues Konzept eingerichtet: die sogenannten Familienstellen. Dies sind optionale Arbeitsplätze über den Stellenplan der einzelnen Kliniken hinaus. So können wir die längerfristige Abwesenheit von Mitarbeiter:innen, etwa durch Schwangerschaft, Elternzeit oder Pflegeverpflichtungen, besser kompensieren. 

In der Weiterbildung ermöglicht das ZiM Rotationen zwischen verschiedenen internistischen Fachbereichen. Welche Vorteile bietet die Rotation für die fachliche Entwicklung?

Das Rotationskonzept im ZiM sieht eine 18-monatige Weiterbildung allein in der Akut- und Notfallmedizin (Notaufnahme, Intensivstation) vor. Das bedeutet: Wir im skbs geben der Weiterbildung im Bereich der Inneren Medizin 6 Monate mehr Zeit, als in den meisten anderen Kliniken üblich ist. 
Wir haben uns zu diesem umfassenden Rotationskonzept verpflichtet und unser Regelwerk bei der Ärztekammer Niedersachsen hinterlegt. Die Rotationen werden von den Weiterbildungsassistent:innen mithilfe der Sediwork Software transparent beantragt und anschließend genehmigt. Die fachlichen Interessen und Schwerpunkte der Teilnehmer:innen werden dabei nach Möglichkeit berücksichtigt. Da wir im skbs alle Teil- und Subgebiete der Inneren Medizin abdecken, haben junge Mediziner:innen bei uns mehr individuelle Möglichkeiten der Weiterbildung. 

„Wir im skbs geben der Weiterbildung im Bereich der Inneren Medizin 6 Monate mehr Zeit, als in den meisten anderen Kliniken üblich ist.“
– Prof. Dr. med. Jan T. Kielstein

Wie profitieren junge Ärzt:innen außerdem von der Rotationstruktur des Zentrums?

Eine konsequente Rotation, wie sie das skbs als Maximalversorger anbietet, hat einen großen Vorteil: Die jungen Ärzt:innen kommen mit vielen Teilbereichen der Inneren Medizin in Berührung. Hier können sie wertvolle Erfahrungen sammeln. Das schafft eine exzellente Grundlage für ihre weitere Laufbahn – sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich. Wir im ZiM flankieren dies mit einem breiten Angebot an zertifizierter Fortbildung: Jeden Monat veranstaltet das ZiM eine interne Fortbildung. Auch die M&M Konferenzen finden monatlich statt.

Wie stellen Sie sicher, dass Mitarbeiter:innen trotz Rotation Kontinuität im Team erleben?

Tatsächlich verschmelzen in der stationären Inneren Medizin die Teilbereiche allmählich. Genau das streben wir ja an. Denn die zunehmende Interaktion steigert die medizinische Expertise und hat auch organisatorische Vorteile: zum Beispiel bei der Vergabe von Betten innerhalb eines Belegungs-Clusters. Und wie schon gesagt, wird dadurch eine intensive Rotation möglich – ein großer Vorteil für den medizinischen Nachwuchs. Während der Rotation bleiben die Ärzt:innen ihrer Heimatklinik und den dortigen Ansprechpartner:innen verbunden. Zum Beispiel, wenn es um Karriereplanung oder um externe Weiterbildung geht. Auch Teamaktivitäten wie Sommerfest oder Weihnachtsfeier bleiben in der Heimatklinik verankert. So schaffen wir eine gute Balance aus Vielfalt und Kontinuität.

Was macht das ZiM im skbs so besonders?

Unser ZiM zeichnet sich dadurch aus, dass alle Facetten der Inneren Medizin in Breite und Tiefe abgebildet werden. Hier können sich junge Ärzt:innen eine solide, umfassende Basis an theoretischen und praktischen Fähigkeiten aufbauen. Persönliche Präferenzen lassen sich bei uns gut mit den standardisierten Anforderungen in Einklang bringen. 
Die Weiterbildungsassistent:innen tauschen sich regelmäßig mit den Klinikleitungen und mit der medizinischen Geschäftsführung aus. Das schafft Transparenz und einen verlässlichen Informationsfluss. Generell pflegen wir im skbs eine transparente und verbindliche Kommunikation miteinander.

Wo sehen Sie das Zentrum für Innere Medizin in fünf bis zehn Jahren – sowohl medizinisch als auch in der Funktion als Arbeitgeber?

In den nächsten fünf bis zehn Jahren wird das ZiM im Wesentlichen drei Ziele verfolgen:
Zum einen werden wir die Rotation auch für Teilzeitkräfte verbessern. Das erreichen wir, indem wir z. B. die bereits erwähnten Familienstellen weiter ausbauen. Außerdem werden wir Freiräume für die Versorgungsforschung erschließen. Und die Kooperation mit Forschungsinstituten intensivieren: Im Bereich der Infektiologie arbeiten wir eng mit dem hiesigen Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung zusammen. 
Ein zweiter Schwerpunkt liegt in der bildgebenden Diagnostik. Auch hier wollen wir eine agile Rotation etablieren: Echokardiografie, Duplexsonografie, spezialisierte Abdomensonografie – das ist ein wichtiger Themenkomplex. Ziel ist daher die mehrmonatige Rotation in einer zentralen sonografischen Einheit. 
Und der dritte Schwerpunkt: Wir möchten die ambulante Versorgung in unser Rotationskonzept einbinden. Die ambulante Medizin spielt bei der Weiterbildung zur Internist:in bisher eine untergeordnete Rolle. Das wollen wir ändern. Denn die sektorenübergreifende Zusammenarbeit in der Inneren Medizin birgt ein großes Potenzial. Daher haben wir begonnen, Weiterbildungsabschnitte auch in der ambulanten Medizin zu ermöglichen. Für angehende Fachärzt:innen kann das ein echtes Kriterium für ihre weiteren Karrierepläne sein.

Professor Kielstein, was hat Sie persönlich motiviert, das Zentrum für Innere Medizin in dieser Form mitzugestalten?

In einer Zeit voller Umbrüche, nicht nur in der Medizin, ist es mir wichtig, mit eigenen Ideen den Fortschritt mitzugestalten. Unser Gesundheitssystem ist eines der besten in der Welt. Gleichzeitig sind viele Menschen unzufrieden. Zusammen mit den vielen engagierten Kolleg:innen werden wir dieses System interdisziplinär umgestalten und in die Zukunft führen. 
Physician Assistants, Krankenhaus-Apotheken und nicht zuletzt die Künstliche Intelligenz werden eine immer größere Rolle spielen. Dies wird viel zum Positiven verändern – und den schönsten Beruf der Welt weiterhin zu einer begehrten Profession machen.

Das ZiM im skbs: Vollständig. Vernetzt. Zukunftsorientiert.

 

Im Interview mit Prof. Dr. med. Jan T. Kielstein hast du gelesen, wie leistungsstark und innovativ das ZiM bereits heute arbeitet. Und die Transformation geht weiter. Dank der großen Expertise verfügt das ZiM über alle Weiterbildungsbefugnisse der Inneren Medizin.

Aktuell gibt es in diesem Bereich eine Reihe von Stellenangeboten. Die nachfolgende Tabelle gibt dir einen Überblick. Wichtig: Alle dort genannten Bereiche bieten die Facharztweiterbildung Innere Medizin im Verbund des ZiM (60 Monate). Die Vorzüge des ZiM kannst du, falls noch nicht geschehen, im Interview mit Professor Kielstein nachlesen.

Wenn du Fragen hast, wende dich gerne an die zuständigen Weiterbildungsassistent:innen.

 

Gastroenterologie, Hepatologie, Interventionelle Endoskopie & Diabetologie

Innere Medizin im ZiM Verbund
Innere Medizin und Gastroenterologie

 

Geriatrie

Innere Medizin im ZiM Verbund
Zusatz-Weiterbildung Geriatrie

 

Hämatologie & Onkologie

Innere Medizin im ZiM Verbund
Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie
Zusatz-Weiterbildung Palliativmedizin

 

Kardiologie & Intensivmedizin

Innere Medizin im ZiM Verbund
Innere Medizin und Kardiologie
Zusatz-Weiterbildung Intensivmedizin im Gebiet Innere Medizin
Zusatzqualifikation interventionelle Kardiologie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie

 

Nephrologie & Blutreinigung

Innere Medizin im ZiM Verbund
Innere Medizin und Nephrologie

 

Pneumologie

Innere Medizin im ZiM Verbund
Innere Medizin und Pneumologie


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