Ein lächelnder Arzt mit Brille in einem grünen OP-Kittel

Ein Tag im OP: Wenn Teamarbeit fast ohne Worte funktioniert

01. Juli 2026

Wer an einen Operationssaal denkt, hat schnell Bilder von höchster Konzentration, präzisen Abläufen und Situationen im Kopf, in denen jede Sekunde zählt. Doch hinter jeder erfolgreichen Operation steckt vor allem eines: ein eingespieltes Team. Am skbs haben wir mit Markus Trezeciak, Leitung des Herz-Thorax-Gefäßchirurgischen OPs, und OTA Samira Eftekhari gesprochen. Sie zeigen, warum Vertrauen, klare Strukturen und gegenseitige Unterstützung den OP-Alltag prägen – und weshalb dieser Beruf so besonders ist.

„Ein gutes Team redet vielleicht über das Fußballspiel vom Vorabend – und trotzdem weiß jeder genau, was als Nächstes zu tun ist.“
– Markus Trezeciak, Leitung Herz-Thorax-Gefäßchirurgischer OP

Arbeitsbeginn? Lange vor der ersten OP

Noch bevor die erste Patientin oder der erste Patient in den OP kommt, laufen im Hintergrund zahlreiche Vorbereitungen. OP-Programm, Personaleinsatz und Besonderheiten des Tages werden abgestimmt, bevor sich die Teams auf die einzelnen Säle verteilen.
Für Markus Trezeciak gehört dieser Überblick zum festen Start in den Arbeitstag. Sein Dienst beginnt um 7 Uhr – bewusst etwas früher als der vieler Kolleginnen und Kollegen. „Ich komme ein bisschen vor dem Team, weil ich mir erst einmal einen Überblick über das OP-Programm und die Personalsituation verschaffen muss“, erzählt er. Anschließend folgt ein gemeinsames Briefing, bevor die ersten Eingriffe beginnen.
Mit rund 20 OP-Sälen und bis zu 100 Operationen täglich zählt der OP-Bereich am skbs zu den größten und vielseitigsten Arbeitsbereichen des Klinikums. Damit ein solcher Betrieb funktioniert, braucht es klare Abläufe – von der Vorbereitung über die Operation bis zur Nachbereitung. Gleichzeitig bleibt kein Tag vollständig planbar. Notfälle, längere Eingriffe oder kurzfristige Änderungen gehören dazu. „Diese Flexibilität passiert schon relativ häufig“, sagt Trezeciak. Entscheidend sei dann, dass das Team souverän damit umgeht.

Warum gute Teamarbeit im OP so entscheidend ist 

Was für Außenstehende nach Hektik aussieht, ist für ein eingespieltes OP-Team Teil des Alltags. Wenn sich ein Ablauf ändert, muss nicht jedes Detail neu erklärt werden. Die Beteiligten wissen, was zu tun ist.
„Natürlich sprechen wir miteinander“, sagt Markus Trezeciak. „Aber oft reicht schon ein Blick, weil jeder seine Aufgabe kennt.“
Genau das bestätigt auch Samira Eftekhari: „Man muss nicht immer viel sprechen. Jeder weiß, was seine Aufgabe ist.“
Für Markus Trezeciak entsteht gute Zusammenarbeit nicht zufällig. Sie wächst durch gemeinsame Erfahrungen, gegenseitiges Vertrauen und eine offene Kommunikation. Gerade in Notfallsituationen zeige sich, wie wichtig das sei. „Am Anfang wird es manchmal kurz unruhig. Aber sobald sich die Situation eingeruckelt hat, arbeitet jeder konzentriert weiter.“
Neue Kolleginnen und Kollegen werden deshalb Schritt für Schritt eingearbeitet und übernehmen Verantwortung erst dann, wenn sie sich sicher fühlen. Genau dieser souveräne Umgang mit dem Arbeitsumfeld – vor allem, wenn etwas Ungeplantes passiert – ist das Ziel.

Für Samira Eftekhari war der Wechsel nach Deutschland gleichzeitig ein beruflicher und persönlicher Neuanfang. Bereits mit 18 Jahren entschied sie sich für den Beruf der OTA. Dass ihr Weg sie später aus dem Iran nach Deutschland führen würde, hatte für sie vor allem mit persönlicher und fachlicher Weiterentwicklung zu tun.
Besonders die Sprache stellte sie anfangs vor Herausforderungen. „Die medizinischen Begriffe kannte ich auf Englisch, auf Deutsch musste ich vieles erst lernen“, erzählt sie. Gerade im OP sei das anspruchsvoll, weil in manchen Situationen wenig Zeit für lange Erklärungen bleibe.
Umso wichtiger war für sie die Unterstützung im Team. Kolleginnen und Kollegen nahmen sich Zeit, beantworteten Fragen und gaben ihr die Möglichkeit, sich in ihrem eigenen Tempo einzuarbeiten. „Mit jedem Tag wurde ich sicherer. Ich habe mehr verstanden und konnte immer selbstständiger arbeiten.“
Heute ist sie fester Bestandteil ihres Teams und schätzt besonders die Zusammenarbeit im OP. „Jeder hilft jedem. Genau das macht das Arbeiten hier für mich so besonders.“

„Wenn ich merke, dass meine Kolleg:innen mir vertrauen, gibt mir das ein richtig gutes Gefühl.“
– Samira Eftekhari, Operationstechnische Assistentin (OTA)

Arbeit im OP: Ein Beruf mit Verantwortung und Perspektive

Die Arbeit im OP verlangt nicht nur fachliches Können, sondern auch Konzentration und Ausdauer. Bei langen Eingriffen stehen OP-Teams oft mehrere Stunden hochkonzentriert am Operationstisch. „Es gibt Operationen, die unter Umständen acht Stunden dauern“, erzählt Markus Trezeciak. Warum er diesen Beruf trotzdem jeden Tag mit Überzeugung ausübt? „Entweder man macht den Job mit Herzblut oder man lässt es.“
Auch Samira Eftekhari würde den Schritt jederzeit wieder gehen. Für sie ist der OP ein Ort, an dem sie fachlich wachsen, Verantwortung übernehmen und sich auf ihr Team verlassen kann.
Beide sind sich einig: Wer gerne präzise arbeitet, Verantwortung übernimmt und Teil eines starken Teams sein möchte, findet im OP einen Arbeitsplatz mit echten Entwicklungsmöglichkeiten. Neue Kolleginnen und Kollegen werden dabei strukturiert begleitet – mit festen Ansprechpersonen, regelmäßigen Feedbackgesprächen und einer offenen Fehlerkultur. Denn Sicherheit entsteht nicht von heute auf morgen, sondern wächst mit jeder gemeinsamen Erfahrung.

Deine Karriere im OP beginnt hier

Für Patientinnen und Patienten ist der OP oft ein Ort, den sie nur für kurze Zeit erleben. Für die Menschen, die hier arbeiten, ist er ein abwechslungsreicher Alltag voller Verantwortung, Präzision und Teamarbeit. Gute Medizin gelingt nur gemeinsam– mit Vertrauen, gegenseitiger Unterstützung und der Bereitschaft, jeden Tag dazuzulernen.

Du möchtest Teil eines Teams werden, das Zusammenhalt, Vertrauen und Weiterentwicklung jeden Tag lebt? Dann entdecke deine Karrieremöglichkeiten im OP am skbs – ob als OTA, Pflegefachkraft oder mit Berufserfahrung.


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