Das M.U.T. besteht aktuell aus 15 Mitarbeitenden aus unterschiedlichen Fachbereichen, die sich freiwillig für diese Aufgabe engagiert haben. Das Konzept orientiert sich an der psychosozialen Notfallversorgung, wie sie auch für Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst etabliert ist. Alle Mitglieder des M.U.T. wurden in Bezug auf die Stressbearbeitung nach extremen Ereignissen sowie Gesprächsführung geschult, um die Kolleginnen und Kollegen bestmöglich zu unterstützen.
Sylvia Stanik ist seit 2015 im Klinikum und arbeitet aktuell als Physician Assistant im Interdisziplinären Notfallzentrum (INZ). Sylvia engagiert sich freiwillig für das M.U.T. und steht den betroffenen Kolleginnen und Kollegen unterstützend zur Seite. Im Interview erzählt sie, warum ein solches Unterstützungsangebot im modernen Klinikalltag besonders wichtig ist.
Frau Stanik, was hat Sie persönlich dazu bewegt, sich freiwillig im Mitarbeiterunterstützungsteam (M.U.T.) zu engagieren und was bedeutet diese Aufgabe für Sie?
Da ich mich ehrenamtlich in der Notfallseelsorge der Feuerwehr Braunschweig engagiere, habe ich mich sehr gefreut, als ich den Aufruf für das Mitarbeiterunterstützungsteam über das Intranet gelesen habe. Ich weiß einfach, wie wichtig niederschwellige Gesprächsangebote nach belastenden Ereignissen sind. Daher wollte ich gerne Teil dieser Peergroup sein.
Wie läuft eine Unterstützung durch das M.U.T. konkret ab?
Wenn es zu einem wie auch immer gearteten, belastenden Ereignis gekommen ist, können sich Mitarbeitende entweder telefonisch oder per E-Mail an uns wenden. Wir schauen dann gemeinsam, ob beispielsweise ein Einzelgespräch oder auch Gruppenmaßnahmen hilfreich sein könnten. Alle Gespräche unterliegen der Schweigepflicht.
Was nehmen Sie persönlich aus Ihrem Engagement im M.U.T. mit? Gibt es etwas, was Sie durch diese Aufgabe gelernt oder für Ihren eigenen Arbeitsalltag mitgenommen haben?
Für meinen Arbeitsalltag nehme ich mit, dass ich einen geschärften Blick für meine Kolleginnen und Kollegen habe, um gegebenenfalls auch einfach mal im „Tür und Angel“-Gespräch belastende Situationen zu thematisieren.
„Ich weiß einfach, wie wichtig niederschwellige Gesprächsangebote nach belastenden Ereignissen sind.“
- Frau Stanik
Warum ist ein solches Unterstützungsangebot aus Ihrer Sicht im aktuellen Klinikalltag wichtig?
Während des täglichen Arbeitsalltags kommt fast jeder Mitarbeitende früher oder später in die Situation eines belastenden Ereignisses. Studien haben gezeigt, dass eine frühe „psychosoziale Intervention“ sich positiv auf mögliche Folgeerkrankungen wie generalisierte Angst, übersteigerte Vermeidung und besonders posttraumatische Störbilder auswirkt. Daher ist es aus meiner Sicht sehr wichtig, im Rahmen der Mitarbeitenden-Fürsorge ein solches Angebot vorzuhalten.
Dein Weg ans skbs
Die Unterstützung von Mitarbeitenden in besonderen Situationen ist ein wichtiger Bestandteil einer wertschätzenden und gesundheitsfördernden Arbeitskultur am skbs. Das M.U.T. steht dabei verlässlich zur Seite. Die Mitglieder des M.U.T. sind an beiden Klinikstandorten und in unterschiedlichen Schichten tätig. Bei Bedarf kann innerhalb von 72 Stunden Unterstützung durch das M.U.T.-Team angeboten werden. So möchten wir dazu beitragen, dass sich unsere Mitarbeitenden auch in schwierigen Situationen gut aufgehoben fühlen und langfristig gesund, sicher und mit Freude bei uns arbeiten können.
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